schwarz – weiß – Koop mit dem Musiker Henri Viera

schwarz – weiß

45 min Klang und Bild

Klangcollagen und Arrangements für Gitarre des Musikers Henri Viera zeitgleich mit
Zeichnung und Malerei der bildenden Künstlerin Sabine Amelung

Zum einen liegt die Besonderheit dieses Projekts in der Vergänglichkeit des eben noch gehörten Klangs, der im Moment seines Hörbarwerdens zu einer unplanbaren Bewegung mit Pinsel auf Papier anregt. Weiße Acrylfarbe, pur und durch Verwässerung in verschiedenen Graustufen, bietet eine reiche Auswahl an Linien, um die musikalischen Stimmungen und Rhythmen in zum Teil skriptural-anmutenden Zeichnungen zu übertragen.

Zum anderen schafft die Kooperation der beiden Künstler*innen eine gegenseitige Inspiration. Allein das Wissen darum, gemeinsam den selben Anlass für künstlerisches Handeln zu erleben, soll heißen, in diesem Fall die jeweils unterschiedlichen abstrakten Vorstellungen in das eigene Medium Musik und Malerei umzusetzen, führt zu einem überaus hohen Maß an Konzentration auf den jeweiligen Moment der künstlerischen Äußerung: Ton und Pinselstrich.

Es gibt keine zeitlichen Vereinbarungen bezüglich der Länge eines gespielten Stückes im Laufe der Durchführung, allein die Verabredung auf 45 Minuten gegenseitige Anregung bestimmt den ‚Flow‘ der gemeinsamen Arbeit.

Dieses so beschriebene Projekt eignet sich besonders gut für eine Streaming-Performance in einem größeren Raum. Eine 10 Meter lange Rolle Papier, ausgebreitet auf dem Boden, wird bildnerisch bearbeitet. Die Nähe des Musikers ist unerlässlich, da für ihn der Zeichenprozess in ganzem Ausmaß gut sichtbar sein muss. Hier kann die filmische Aufnahme im Gesamten von oben, wie im Detail für die Betrachter*innen besonders reizvoll für das Verständnis der angebotenen Gleichzeitigkeit sein.

© Sabine Amelung und Henri Viera 2021

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